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Weihrauch

Weihrauch - Olibanum
Boswellia serrata

Bei vielen Völkern war Weihrauch seit der Antike wegen seiner außergewöhnlichen Heilwirkung und vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten sehr beliebt. Der Weihrauch-Strauch bzw. -Baum zählt auch zu den wertvollsten Pflanzen der Bibel.

Extreme Wachstumsbedingungen in den wüstenartigen Trockengebieten Ostafrikas, der arabischen Halbinsel und Ostindiens lassen den Weihrauch-Baum besonders gut wachsen. Das sehr trockene Klima mit wenig Regen und die kalksteinhaltigen Böden mit vielfältigen Mineralien sind die Grundlage für eine außerordentlich gute Weihrauch-Qualität.

Zwei bekannte Weihrauch-Arten

Botanisch gehört der Weihrauch-Baum (lat. Boswellia) zur Pflanzenfamilie der Burseraceae (Balsamgewächse). Davon gibt es jedoch mehrere hundert verschiedene Hölzer, wie z.B. auch Myrrhe.

Seit einiger Zeit unterscheidet man das Weihrauch-Harz im Wesentlichen nach zwei Herkunftsländern:

Das afrikanische Harz

Dieses Harz kommt überwiegend aus Eritrea, Somalia oder Äthiopien. Die ostafrikanische Region ist von Bürgerkrieg und Terror seit Jahren gezeichnet. Das ist eine traurige Situation. Es kann angenommen werden, dass dort durch Export erwirtschaftete Gelder für kriegerische Auseinandersetzungen und Waffenhandel verwendet werden. Deshalb ist es vielleicht sinnvoller, Geld in nachvollziehbare Sozialeinrichtungen zu spenden.

Boswellia serrata - das indische Harz

Dieses Harz ist seit Jahrtausenden in der indischen Medizin bekannt. Es stammt überwiegend aus Ostindien und wird bis heute, auch in Europa, für kosmetische und therapeutische Zwecke eingesetzt.

Die Herkunft anderer Weihrauch-Harze ist meist ungeklärt. Häufig werden auch Mischungen angeboten. Wegen seiner sehr langen Tradition und aktueller Erkenntnisse ist der indische Weihrauch in Fachkreisen anerkannt.

Wirksame Substanzen

Generell besteht Weihrauch aus einer Vielfalt an Inhaltstoffen. Besonders hervorzuheben sind neben Harz die verschiedenen ätherischen Öle und die Boswelliasäuren.

Boswellia serrata (lat.) ist eine der besten Weihrauch-Qualitäten und stammt aus Ostindien. Nicht mit einzelnen isolierten Nährstoffen und industriell erzeugten Monosubstanzen erzielt man den besten Effekt, sondern vielmehr mit der Gesamtheit aller in der Pflanze vorhandenen Inhalts- und Vitalstoffe.

Synthetische oder naturidentische Mischungen erzielen kaum den gleichen Effekt wie die Originale aus der Natur. Diesem natürlichen Zusammenwirken verdankt auch der indische Weihrauch seine positive Wirkung auf Geist und Körper.

Weihrauch - Traditionelle und neue Wege

Die natürliche Heilkunde hatte schon in der Antike ihren festen Platz. In einem alten ägyptischen Schriftstück, dem Papyrus Ebers, finden sich mehrere 100 Weihrauch-Rezepte. Die häufigsten Anwendungen waren Erkrankungen der Atemwege und des Magen-Darm-Traktes sowie Wunden und Geschwüre.

Auch in der Medizin der alten Griechen und Römer verfügte man über zahlreiche Rezepte von Weihrauch-Zubereitungen.

Der Gebrauch von Weihrauch für religiöse und kultische Handlungen war im alten Ägypten sehr beliebt. Weihrauch fand Verwendung in der Schönheits- und Körperpflege, war Bestandteil duftender Öle und stimulierender Salben und wurde zum Desinfizieren und Parfümieren eingesetzt.

Auch die bekannte Expertin für Ernährungsmedizin Hildegard von Bingen (1098 - 1179) empfahl den duftenden Weihrauch. In der traditionellen indischen Erfahrungsmedizin hat Weihrauch bis heute eine zentrale Bedeutung.

Wie kann Weihrauch wirken?

Schmerzlindernd
Die schmerzlindernden Eigenschaften haben eine lange Tradition in der indischen Erfahrungsmedizin. Menschen, die an Rheuma- oder Arthritiserkrankungen leiden, haben mit der Weihrauch-Therapie positive Erfahrungen gemacht.

Beruhigend
In der aromatherapeutischen Anwendung kommt die beruhigende (sedierende) Wirkung des Weihrauchs zur Geltung. Auch die Aroma-Therapie hat eine sehr alte Tradition. Weihrauch wirkt beruhigend, macht jedoch nicht müde, sondern führt im Gegenteil zu Klarheit und Reinheit. Weihrauch wird eine, das Gemüt aufhellende, Stimulans zugesprochen. In der Aroma-Therapie findet das naturreine ätherische Weihrauch-Öl Anwendung.

Entzündungshemmend
In der Antike wurde die entzündungshemmende Eigenschaft bereits erkannt und Weihrauch überwiegend zur äußerlichen Wundheilung verwendet. Die moderne Wissenschaft weiß, dass auch die innerliche Anwendung Entzündungen der Organe lindern und manchmal auch heilen kann. In der Fachliteratur werden Rheuma- und Arthritiserkrankungen, aber auch Darm- und Bauchspeicheldrüsenleiden erwähnt. Interessant sind in diesem Zusammenhang Berichte über die Therapie bei Tumoren und den damit verbundenen Ödemen.

Stimulierung des Immunsystems
Die Immunreaktion des Körpers kann durch Weihrauch positiv beeinflusst werden. Von besonderer Bedeutung ist dies bei Autoimmunkrankheiten, das bedeutet, Krankheiten, bei denen Autoantikörper gegen die eigenen Blutkörperchen wirken und auf diese Weise Krankheiten auslösen. So wird Weihrauch z.B. auch therapiebegleitend bei der Krebsbehandlung empfohlen. Nebenwirkungen der Chemo- und Strahlentherapie sind häufig die allgemeine Schwächung der Abwehr gegen Infektionskrankheiten sowie gegenüber im Körper vorhandenen Erregern, verzögerte Wundheilung, Störung der Blutbildung u. a. Solche Nebenwirkungen sind bei Weihrauch bis heute nicht bekannt.

Leberschutz
Weihrauch kann die Leberzellen vor Medikamentennebenwirkungen schützen und kann auch seine Wirkung bei fast allen Lebererkrankungen entfalten.

Ziel der Weihrauch-Forschung

Auslöser von Schmerzen und Entzündungen ist die ungesättigte Fettsäure Arachidonsäure. Sie ist sogar wesentlicher Verursacher von chronischen Entzündungen.

Obwohl Schmerzpatienten schon selbst beobachtet haben, dass ihnen manche Lebensmittel schlechter bekommen als andere, hören wir in der Schulmedizin noch oft die Empfehlung „essen Sie, was Sie möchten und was Ihnen schmeckt“. In der naturheilkundlichen Ernährungsmedizin weiß man jedoch, dass dies nicht stimmt, und solche Empfehlungen für Patienten nicht hilfreich sind. Viele Schmerzpatienten kennen die Erfahrung, dass Fasten und vegetarische Kost ihre Beschwerden spürbar mindern. Inzwischen wurde nachgewiesen, dass vegetarische Ernährung sich sehr positiv auf Entzündungsprozesse auswirkt. Dafür gibt es eine einfache Erklärung: die Arachidonsäure ist ausschließlich in tierischer Nahrung enthalten. Und zwar in Fisch, Wurst, Fleisch, Eiern. Dagegen fehlt sie in pflanzlichen Lebensmitteln fast völlig. Eine angepasste, individuelle Ernährung kann für viele Patienten mit chronischen Krankheiten eine entscheidende Hilfe sein und die therapeutischen Anwendungen unterstützen.

Neben falscher Ernährung sind jedoch die „Freien Radikalen“ weitere Faktoren, die Entzündungen auslösen und fördern können. Es wurde festgestellt, dass die so genannten „Freien Radikalen“ den Arachidonsäurestoffwechsel erst so richtig fördern. „Freie Radikale“ stehen deshalb heute im Mittelpunkt der Forschung. Es wird vermutet, dass ca. 90 % aller Krankheiten durch „Freie Radikale“ verursacht werden.

Auch der für alle Lebensvorgänge unentbehrliche Sauerstoff kann durch kleine Veränderungen seiner Atomhülle ein weiterer Verursacher für Entzündungen sein. Er löst Oxydationsprozesse im Körperfett aus, er macht es also praktisch ranzig und zerstört damit Körperzellen und Gewebe. Dieser so genannte radikale Sauerstoff kann Enzyme aktivieren, die Arachidonsäure zu Entzündungsstoffen umwandeln.

„Freie Radikale“ sind äußerst aggressive Moleküle, die im Organismus schädliche Kettenreaktionen auslösen. Ursache für die Entstehung von „Freien Radikalen“ gibt es viele: ungesunde Ernährung, Alkohol, Nikotin, psychischer und physischer Stress, chemische Stoffe, Strahlentherapie oder verschiedene Medikamente.

Ziel der Forschung war es, Möglichkeiten zu suchen, in den Umwandlungsprozess der Arachidonsäure einzugreifen und die Entstehung von Entzündungsstoffen nachhaltig zu verhindern. Hier bieten sich zwei Möglichkeiten an:

Antioxydantien - Wirkstoffe, die „Freie Radikale“ bekämpfen oder Substanzen, die in die Enzymsysteme eingreifen und verhindern, dass Entzündungsvermittler (Mediatoren) hergestellt werden. Dazu gehören die Boswelliasäuren im indischen Weihrauch.

Leukotriene sind verantwortlich für Entzündung und Schmerz

Bei vielen Entzündungskrankheiten übernehmen Leukotriene eine Schlüsselfunktion. Sie wurden in den weißen Blutkörperchen (Leukozyten) entdeckt. Diese Entzündungsstoffe werden von dem Enzym 5-Lipoxygenase gebildet und stabilisieren chronische Entzündungen. Ziel der Wissenschaft war es, eine Substanz zu suchen, die in diesen Enzymstoffwechsel eingreift und die Bildung von Leukotrienen hemmt. In den Boswelliasäuren des indischen Weihrauchs wurde eine solche Substanz gefunden. Die bei solchen Medikamenten oft gefürchteten Nebenwirkungen sind ausgeblieben.

Erkrankungen, bei denen Leukotriene als Entzündungsvermittler bekannt sind:

Lungenleiden:
Asthma, Atemschmerz- und Atemnot-Syndrom, Mucoviscidose.

Allergische Erkrankungen:
Heuschnupfen, Nasenschleimhautentzündung, allergiebedingte Bindehautentzündung.

Rheumatische Erkrankungen:
Gelenkrheuma, Gicht, Lyme Arthritis (von Zeckenbissen verursachte Gelenkentzündung), Lupus erythematodes (Autoimmunkrankheit, deren Ursache noch nicht geklärt ist. Es kommt zur Bildung zahlreicher Auto-Antikörper und Immunkomplexen, die u. a. entzündliche Vorgänge auslösen).

Hauterkrankungen:
Nesselsucht, Schuppenflechte (Psoriasis), Ekzeme

Magen-Darm-Erkrankungen:
chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, Entzündungen der Bauchspeicheldrüse (Akute Pankreatitis) Leberentzündungen (auch in Folge von Alkoholgenuss), Leberzirrhose, Völlegefühl, Hämorrhoiden, Gelbsucht, Würmer.

Störungen des Zentralnervensystems:
Multiple Sklerose (MS), Astrozytom (Hirntumor).

Herzerkrankungen:
Durchblutungsstörungen bei Sauerstoffmangel des Herzmuskels.

Weitere Krankheiten:
Entzündungen von Blase oder Niere, Fieber, Furunkel, Entzündungen im Rachenraum (Laryngitis), sekundäre Krebsprävention, Glioblastome.

Hinweise

Vom Arzt verordnete Medikamente dürfen wegen Weihrauch nie plötzlich abgesetzt werden. Eine eventuelle Reduzierung bitte nur mit Abstimmung Ihres Arztes oder Heilpraktikers.

Verzichten Sie nie auf die Betreuung durch einen Arzt oder Heilpraktiker Ihres Vertrauens. Allein diese sind für Diagnose und Therapie zuständig. Die Einnahme von Weihrauch-Präparaten ersetzt den Arztbesuch nicht.

Erwachsene mit chronisch-entzündlichen Beschwerden nehmen zu Beginn einer Langzeit-Therapie bei stärkeren Beschwerden täglich 2.600 bis 2.800 mg Weihrauch-Extrakt (ca. 1.200 bis 1.300 mg Boswelliasäuren). Bei leichteren Beschwerden genügen ca. 2.000 mg bis 2.400 mg Weihrauch täglich (ca. 900 bis 1.100mg Boswelliasäuren). Verzehren Sie Weihrauch immer nach oder während der Mahlzeiten.

Der behandelnde Arzt oder Heilpraktiker gibt Ihnen auch gern Auskunft über eine für Sie speziell empfohlene Dosierung.

Nebenwirkungen, Gegenanzeigen oder Symptome bei Überdosierung sind bisher nicht bekannt geworden. Allerdings können bei innerlicher, wie bei äußerlicher Anwendung allergische Reaktionen nie völlig ausgeschlossen werden. In Fachkreisen gibt es auch Hinweise darüber, dass Unterdosierungen zu meiden sind.

Weil es noch keine abschließende, vollständige Datenlage gibt, sollte auf einen Verzehr während der Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Kindern verzichtet werden.

Gute Weihrauch-Präparate finden Sie in Apotheken und bei Anbietern im Internet. Lassen Sie sich gut beraten und prüfen Sie Inhalt, Dosierung, Konzentration und Preis. Präparate mit sehr hohem Gehalt an Boswelliasäure können verschiedentlich weniger gut vom Magen vertragen werden. Es wird deshalb eine mittlere Konzentration von 40-50 % Boswelliasäure empfohlen und die tägliche Dosis über den Tag zu verteilen.

Achten Sie auch darauf, ob unnötige Füllstoffe verwendet werden, wie hoch der tatsächliche Gehalt an Weihrauch ist und ob gute Rückstandsanalysen vorliegen.

Was dürfen wir erwarten?

Weihrauch hat eine sehr lange Tradition in der indischen Erfahrungs- und Ernährungskunde. Heutige wissenschaftliche Erkenntnisse bestätigen sehr viele traditionelle Anwendungen. Namhafte Mediziner und Wissenschaftler haben die entzündungshemmende Wirkung bei Rheuma und chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen erforscht.

Dazu gehören Prof. Dr. Ammon, Prof. Dr. Thomas Simmet, der Apotheker und Toxikologe Dr. rer. nat. R. Charles Fernando, der Facharzt für Neurochirurgie Dr. med. Michael Winking, der Arzt für Naturheilverfahren Dr. med. Ernst Schrott u.a.

Der Weihrauch blockiert mit seinen Boswelliasäuren die körpereigenen entzündungsantreibenden und entzündungsaktivierenden Stoffe (Leukotriene). Eine schulmedizinisch-wissenschaftliche Anerkennung ist nicht bekannt und lässt auf sich warten.

Im Fachhandel sind verschiedene Darreichungsformen wie vegetarische Kapseln und Tabletten, sowie Weihrauch-Gel, Balsame oder -Salben zur äußerlichen Anwendung und ätherisches Weihrauch-Öl für die Aroma-Therapie, zum Baden oder zum Einreiben.

Die lange Tradition rechtfertigt das Vertrauen zwischen Arzt, Heilpraktiker und Patient. Es kann erwartet werden, dass weitere klinische Studien und Berichte aus der Erfahrungsmedizin die bisherigen Ergebnisse wissenschaftlich bestätigen, ergänzen und vielleicht noch übertreffen.

Die bekannte Fachzeitschrift „Natur und Heilen“ berichtet in Heft 12/03 über Studien am Universitätsklinikum Charité in Berlin über die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Weihrauch bei Patienten mit chronischer Polyarthritis, Migräne und Asthma. Eine offizielle wissenschaftliche Anerkennung dieser Studie wurde nicht bekannt.

 

 

 

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