Safran – Gewürz- und Heilpflanze Safran ist ein Schwertliliengewächs und hat als Gewürz und Heilmittel schon ein „biblisches Alter“ erreicht. Alte Überlieferungen bestätigen seine vielfältige Verwendung. Die botanische Bezeichnung ist Crocus sativus L.
Im berühmten „Papyrus Ebers“ wurde Safran bereits um ca. 1600 v. Chr. erwähnt. Im Hohelied Salomons (Bibel) wird Safran als das Gewürz Karkom erwähnt. Das Wort Safran entstammt der arabischen Sprache und hat eine semitische Sprachwurzel. In europäischen und nichteuropäischen Ländern findet man noch heute ähnliche Wörter. Herkunft, Anbau, Inhaltsstoffe Anbaugebiete sind im Iran und vor allem in den Mittelmeerländern Frankreich, Spanien, Griechenland, Italien und Türkei.
Echter Safran schmeckt bitter-scharf und enthält Carotinoide, vor allem Crocin. Diese Substanz ist für die intesive goldgelbe Farbe verantwortlich. Ebenfalls reichlich vorhanden ist Safranbitter. Dieser Bitterstoff (Picrocrocin) wandelt sich in die Substanz Safranal, durch die das typische Aroma entsteht.
Um 1 kg echten Safran zu gewinnen werden ca. 15.000 Blüten benötigt. Warnung vor Fälschungen Schon in der Antike war Safran ein gefragter Luxusartikel und reizte Geschäftemacher zu Fälschungen. Das ist bis heute so. Pulverisierter Safran kann mit verschiedenen Gewürzpulvern gestreckt und gefälscht werden. Falscher Safran (Saflor), auch Färberdistel genannt wird noch heute im Orient als billiger Safranersatz verwendet. In den Gewürzbasaren werden solche Ersatzprodukte an Touristen gern teurer als Safran angeboten.
Echter Safran der Güteklassen Coupe und La Mancha kosten per 100 g bis zu $ 700,00. Mit einem Gramm echten Safran kann man einen Liter Wasser gelb färben. Verwendung Als Gewürz findet Safran Anwendung zum Einfärben von Kuchen und anderem Gebäck, in Fischsuppen, Paella oder Reisgerichten.
In der Volksmedizin ist die Verwendung zur Schmerzlinderung, als Aphrodisiakum, zur Stärkung von Leber, Magen, Lunge und Nerven, sowie bei Epilepsie (Krampfzuständen), Bronchitis und starken Hustenanfällen bekannt. Safran ist sehr gut bekömmlich, wirkt beruhigend und euphorisierend.
Extrem hohe Dosierungen von täglich 15-20 g Safran können tödlich wirken. Bei Kindern bereits bei entsprechend niedrigeren Dosierungen. Kleine Mengen dagegen können Geist und Körper beleben und die Nerven beruhigen. Als Gewürz für die Speisezubereitung werden Safranfäden je nach Rezeptur mit 1-3 g angegeben. Als Nahrungseragänzung wird ein nach Inhaltsstoffen standardisierter Extrakt empfohlen. Dadurch können Fälschungen und Qualitätsschwankungen weitgehend ausgeschlossen werden.
In Studien wurde eine wachstumshemmende Wirkung auf Tumore nachgewiesen. Dadurch kann sich die Lebenserwartung von kranken Personen verlängern. Wichtige Bestandteile im Safran sind die Carotinoide (vor allem Crocin) und Safranal. Sie werden im Extrakt konzentriert und können auch präventive Eigenschaften bieten.
Eine andere Studie an der „Arak University of Medical Sciences“ gibt Aufschluss über die Anwendung bei leichten bis mittleren Depressionen. Unerwünschte Wirkungen konnten nicht festgestellt werden. Die Prüfgruppe erzielte ab der 6. Woche ein signifikant besseres Ergebnis als die Placebogruppe. Depressionen sind auf der gesamten Welt verbreitet. Bereits in gut 10 Jahren sollen depressive Erkrankungen an zweiter Stelle der weltweiten Erkrankungen stehen. Safran-Studie Depression Crocus sativus L. zur Behandlung von leichter bis mittelschwerer Depression: Eine doppelblinde, randomisierte und placebokontrollierte Studie Moshiri E, Basti AA, Noorbala AA., Jamshtdi AH, Hesameddin Abbasi S, Akhondzadeh S. Abteilung für Anästhesiologie, Arak University of Medical Sciences, Arak, Iran.
Weltweit sind Depressionen ein großes Problem für die Menschen. Es wird erwartet, dass bereits in 10-20 Jahren depressive Erkrankungen weltweit die zweitgrößte Krankheitsform sein werden.
Es gibt inzwischen eine Vielzahl von pharmazeutischen Wirkstoffen für die Behandlung von Depressionen. Die Nebenwirkungen machen Sorgen und werden von Patienten und Ärzten nicht immer akzeptiert.
Ziel einer Studie war die Bewertung der Wirksamkeit des Blumenblatts von Crocus sativus L. zur Behandlung einer leichten bis moderaten Depression in einer sechswöchigen doppelblinden, placebokontrollierten und randomisierten Studie. Studienteilnehmer waren vierzig erwachsene ambulante Patienten, die die Voraussetzungen gemäß „Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders“, 4. Ausgabe, im Hinblick auf schwerere Depressionen und basierend auf einer strukturierten klinischen Befragung entsprechend DSM IV erfüllten.
Die Patienten dieser doppelblinden, placebokontrollierten und randomisierten Studie wurden für 6 Wochen zur Prüfgruppe mit Crocus sativus L. (Blumenblatt), 30 mg Safran Extrakt/Tag (BD) (Gruppe 1) und zur Kontrollgruppe mit Placebo (BD) (Gruppe 2) zugeordnet. In der 6. Woche zeigte die Prüfgruppe ein signifikant besseres Ergebnis gemäß der Hamilton Depression Rating Scale als die Placebogruppe (d.f. = I, F = 16,87, p<0,001). Im Hinblick auf unerwünschte Wirkungen wurden keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen berichtet. Die Ergebnisse dieser Studie weisen auf eine Wirksamkeit von Crocus sativus L. (Blumenblatt) zur Behandlung einer leichten bis moderaten Depression hin. Eine größere Studie ist gerechtfertigt. (Phytomedicine Nov. 2006) Ein Gewürz kann vorbeugen und das Tumorwachstum hemmen Die bekannten Wirkungen aus der Volksmedizin waren Anlass für einige Krebsforscher, sich mit der Anwendung von Safran in der Krebsthearpie zu beschäftigen. Im Jahre 1994 wurde in einer Studie mit Mäusen beobachtet, dass Safran den Wuchs von Lymphkrebszellen und bestimmten Tumoren um 87% bis 41% hemmen kann. Wie auch bei anderen Studien beobachtet wurde, soll Safran ein viel versprechendes Mittel gegen Tumoren sein und auch präventive Wirkung gegen Krebs besitzen.
Dem im Körper als Antioxidantie wirksame Crocin wird diese Wirkung zugeordnet.
Quelle: Abdullaev Fl: Cancer chemopreventive and tumoricidal properties of saffron (Crocus saativus L.). Exp Biol Med 227 (2002) 20-25 Quelle: Hagers "Handbuch der pharmazeutischen Praxis" |